Alle Infos rund um E-Carsharing
E-Carsharing im Wohnbau - ein neues Thema und sooo viele offene Fragen... Mit unseren FAQ versuchen wir möglichst viele zu beantworten!
Fährt sich ein E-Auto wie ein normales Auto?
Ja, nur leiser und spritziger. Achten Sie bitte immer auf andere Verkehrsteilnehmer, besonders auf Fußgänger und Radfahrer, da diese Sie oft nicht hören. Betätigen Sie beim Anfahren nur behutsam das Gaspedal, da bei einem Elektrofahrzeug das max. Drehmoment schon ab der ersten Motorumdrehung anliegt.
Wo kann man ein E-Auto laden?
Bei standortbasiertem Carsharing sollte das Fahrzeug natürlich vorzugsweise an der hauseigenen Ladesäule geladen werden. Sollte die Ladung unterwegs mal nicht reichen oder mal längere Fahren planen, so gibt es im österreichischen Verkehrsnetz und natürlich auch darüber hinaus eine Vielzahl an Ladesäulen http://www.beoe.at/ladestationen/
Wie ist das Auto versichert?
Das hängt vom Betreiber ab, fast alle Betreiber bieten ihre Autos inkl. einer Vollkasko-Versicherung an. Der Selbstbehalt im Falle eines Schadens kann bei einigen Betreibern durch monatliche Zusatzpakete, die vom Nutzer abgeschlossen werden, reduziert werden.
Was muss man bei der Nutzung eines E-Fahrzeuges beachten?
Die Nutzung eines Elektroautos ist ganz einfach. Die meisten Elektrofahrzeuge sind wie konventionelle Automatikfahrzeuge zu bedienen (rechter Fuß bedient Gas und Bremse). Fahrzeug nach jeder Fahrt bitte wieder an die Ladestation anhängen. So kann auch Ihr Nachnutzer in den vollen Genuss des elektrischen Fahrens kommen.
Wann soll mit der Planung eines Carsharing-Projektes begonnen werden?
Idealerweise beginnen die ersten Überlegungen und Vorbereitungen eines Carsharing-Projektes bereits bei der Planung der Wohnanlage (sowohl im Neubau als auch in der Sanierung). Dies ermöglicht bereits erste Vorkehrungen frühzeitig zu treffen. Dazu gehören, mögliche Leerverrohrungen für die Ladesäule zu schaffen, entsprechende Parkplätze auszuwählen und zu reservieren oder auch bereits erste Kommunikationsarbeiten zu beginnen.
Wie funktioniert die Stromabrechnung am Carsharing-Parkplatz?
Der Bauträger stellt dem Carsharing-Betreiber einen Parkplatz samt Ladeinfrastruktur und Strom zur Verfügung. Die Stromkosten können entweder auf das Haus verrechnet werden oder dementsprechend direkt auf den Bauträger laufen. Möglicherweise kann die Stromabrechnung des Standplatzes auch direkt auf den Carsharing-Betreiber laufen. Dies ist zu besprechen.
Wie sollte ein Carsharing-Parkplatz ausgestattet sein?
Ein Carsharing Parkplatz sollte entsprechend reserviert und markiert werden. Idealerweise wird eine Bodenmarkierung „Reserviert für Carsharing“ geschaffen und ein entsprechendes Schild an der Wand montiert. Dies versichert, dass der Parkplatz ausschließlich für Carsharing verwendet wird. Des Weiteren ist eine Ladeinfrastruktur notwendig. Die gängigsten E-Fahrzeuge haben einen Typ2-Anschluss für das Laden. Dementsprechend sollte die Ladestation einen Typ2-Anschluss verfügen. Die Ladeleistung soll idealerweise bei 22kWh liegen. Somit ist das Fahrzeug auch schnell wieder aufgeladen.
Wie kann der Bauträger bei der Vermarktung mitwirken?
Wichtig ist, dass Carsharing-Angebot von Beginn an mit zu kommunizieren. Das Angebot soll direkt auf der entsprechenden Webseite breit kommuniziert werden, damit die zukünftigen Bewohner bereits bei Beginn sensibilisiert werden. Ebenfalls kann das bei einigen Bewohnern zu einer Änderung des Mobilitätsverhalten führen. Weiters kann eine oder mehrere Veranstaltungen zum Thema Carsharing vor Einzug und nach dem Einzug geplant werden. Bei diesen Veranstaltungen sind Anmeldungen und Einschulungen möglich, um eventuelle Einstiegsbarrieren zu überwinden.
Können sich die Bewohner in das Carsharing-Projekt einbringen?
Ja, selbstverständlich. Das Carsharing-Projekt soll in einem partizipativen Ansatz mit den Bewohnern entwickelt und umgesetzt werden. Dies stärkt einerseits die Akzeptanz des Projektes und andererseits den Zusammenhalt der Bewohnerschaft. Ebenfalls können Bewohner kleinere Tätigkeiten rund um das Fahrzeug übernehmen. Dies kann neben Reinigung und Wartung auch Einschulungen für andere Bewohner sein.
Was bringt E-Mobilität dem Klima?
Der Verkehrssektor (ohne internationalen Flugverkehr) ist mit aktuell 29% an den Gesamtemissionen einer der wichtigsten Verursacher von Treibhausgasen in Österreich – und der -einzige Sektor, der seit dem Jahr 1990 einen deutlichen Anstieg um rund 66% zu verzeichnen hat. Die Treibhausgasemissionen nur des Pkw-Verkehrs (ohne sog. „Tanktourismus“) sind im Vergleich zum Jahr 1990 um mehr als ein Drittel gestiegen.(1) 99% der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen stammen dabei aus dem Kfz-Verkehr (Auto, Bus, Lkw); mehr als die Hälfte hiervon aus dem Pkw-Verkehr. Derzeit ist der Verkehrssektor für 80% des österreichischen Erdölverbrauchs verantwortlich und trägt zudem maßgeblich zu gesundheitsgefährdenden Feinstaub- und Stickoxidemissionen (NOx) bei.(2) Mit dem Elektromotor steht eine Technologie zur Verfügung, die das Potenzial hat, die Erdölabhängigkeit deutlich zu reduzieren, den Antrieb auf Basis erneuerbarer Energie umzustellen und einen wichtigen Beitrag zur Klimafreundlichkeit des Verkehrs zu leisten. Für umwelt- und gesellschaftsverträgliche Mobilität bedarf es darüber hinaus Strukturen, die unnötige Fahrten verringern, mehr Verkehrssicherheit gewährleisten und neben der Lärm- und Gesundheitsbelastung auch den Ressourcenverbrauch reduzieren. Weltweit ist der Trend Richtung Elektroauto erkennbar: Nicht nur infolge des Dieselskandals haben einige europäische Staaten bereits eine Abkehr von konventionellen Verbrennungsmotoren angekündigt. (Quelle: https://faktencheck-energiewende.at/fakt/was-bringt-die-e-mobilitaet-dem-klima/)
Woher soll der zusätzlich benötigte Strom in Österreich kommen?
Der Umstieg auf E-Fahrzeuge geht mit einem höheren Strombedarf einher. Jedoch sind diese durch ihren höheren Wirkungsgrad deutlich energieeffizienter als Kfz mit Verbrennungsmotoren, sodass der Gesamtenergieverbrauch durch einen Umstieg von fossil auf elektrisch betriebene Fahrzeuge gesenkt werden kann. Voraussetzung für eine klimaschonende E-Mobilität ist, dass der dafür benötigte Strom aus (zusätzlichen) Ökostromanlagen stammt. Wenn 10% aller Pkw in Österreich elektrisch fahren würden, wäre der jährliche Strombedarf (derzeit gesamt 70 TWh) rechnerisch um 1,3 TWh, also lediglich 1,8% höher. Bei einer Million Fahrzeugen wären es 2,6 TWh oder 3,6%. Der Stromertrag einer kleinen Photovoltaikanlage (ca. 18 m2 Fläche und 2,6 kWp) deckt den Strombedarf eines E-Autos ab; jener eines 3 MW-Windrades den Bedarf von 2.700 E-Autos. Würden alle Pkw elektrisch fahren, würde der Strombedarf um rund 18% steigen. Angenommen wurde eine Jahresfahrleistung von 13.000 km und ein Fahrzeugbestand von 5 Mio. Pkw (Stand erstes Halbjahr 2017: 4,9 Mio.).(4) Für dieses längerfristige Szenario sind jedoch die Entwicklung der Mobilitätswende und entsprechende Pkw-Nutzung sowie technologische Weiterentwicklungen bzw. Optimierungen zu bedenken. Wie eine aktuelle Studie der TU Wien zeigt, ist eine 100%ige Abdeckung des heimischen Strombedarfs mit erneuerbarer Energie bis zum Jahr 2030 umsetzbar – und das ohne signifikante Mehrkosten. Demnach liegt das Ökostrom-Potenzial im Jahr 2030 bei 31 TWh.(5) Zudem wird die Batterie des E-Autos mit seiner Speicherkapazität zukünftig wertvoller Teil des intelligenten Stromnetzes sein. (Quelle: https://faktencheck-energiewende.at/fakt/woher-soll-der-zusaetzlich-benoetigte-strom-fuer-die-e-mobilitaet-kommen/)
Man hört, dass E-Autos schlechter für die Umwelt sind?
In allen betrachteten, umweltrelevanten Parametern schneiden Batterie-Elektrofahrzeuge signifikant besser ab. Dieser Vorteil kann bei einer Stromversorgung aus erneuerbaren Energieträgern noch deutlicher ausfallen. Im Vergleich zu konventionell betriebenen Diesel- bzw. Benzin-Fahrzeugen verursachen BEV weniger THG-Emissionen. Die Differenz liegt zwischen Faktor 4 bis 10 je Fahrzeugkilometer bzw. zwischen 75 und 90 %. Auch bei den NOx- und PM-Emissionen ergeben sich zum Teil deutlich geringere Emissionen für BEV. Im Vergleich zu HEV verursachen BEV um 75 bis 90 % weniger THG-Emissionen und einen um 50 % bis 70 % geringeren KEA. BEV weisen außerdem um 65 bis 85 % weniger THG-Emissionen auf als PHEV. Anhand einer Sensitivitätsanalyse wurden die Auswirkungen veränderter Rahmenbedingungen auf die Untersuchungsergebnisse dargestellt. Dabei zeigt sich, dass Fahrsituation, Akku-Lebensdauer und Fahrzeugherstellung die Ökobilanz wesentlich beeinflussen. Die geringsten umweltrelevanten Effekte verursachen BEV, die innerorts gefahren werden. Die Lebensdauer des Li-Ionen Akkumulators der BEV beeinflusst das Ergebnis maßgeblich. Die Verwendung von Sekundärmaterialien bei der Fahrzeugherstellung bringt erhebliche, umweltrelevante Vorteile. Quelle und weitere Details: https://www.emcaustria.at/oekobilanz-alternativer-antriebe/
Reicht der Strom in meinem Wohnhaus für E-Ladestationen?
Dies wurde erst kürzlich in einer Wiener Bestandswohnanlage getestet. Zu den Resultaten geht es hier: https://www.e-sieben.at/de/projekte/18056_e-MobPilotprojekt.php
Sind E-Autos teuer?
E-Autos sind aufgrund der Batteriekosten in der Anschaffung zwar teurer als Autos mit Verbrennungsmotoren, jedoch amortisiert sich der Kauf innerhalb weniger Jahre dank deutlich geringerer Betriebskosten. Die Kostenunterschiede variieren natürlich von Modell zu Modell und nach Art der Nutzung. Finanzielle Anreize helfen in der aktuellen Innovationsphase, die derzeit noch höheren Investitionen auszugleichen. Neben der Ankaufsprämie in Österreich für rein elektrische Privat-Pkw in Höhe von 4.000 Euro (bis Ende 2018) (9) und Infrastrukturförderungen entfallen etwa auch die NoVA sowie die motorbezogene Versicherungssteuer; zudem gibt es hohe Rabatte auf Versicherungsprämien. Für eine Kalkulation relevant sind die Gesamtkosten eines Fahrzeugs (Total Cost of Ownership, TCO), die sich aus den Anschaffungskosten und den Betriebskosten über die gesamte Nutzungszeit zusammensetzen. TCO-Rechner helfen beim Vergleich.(10) Neben den deutlich geringeren Energiekosten fallen auch andere Betriebsausgaben, etwa für Verschleiß und Wartung, deutlich geringer aus. E-Autos sind auch besonders gut für Sharing- und Mietmodelle geeignet und könnten zum Treiber des Nutzen-statt-Besitzen-Prinzips werden. Ein wichtiger Kostenfaktor ist die Batterie: In den vergangenen 5 Jahren haben sich die Kosten für einen Lithium-Ionen-Akku gedrittelt. Kostete 1 kWh Batteriespeicher im Auto im Jahr 2011 noch ca. 750 Euro, lagen die Kosten im Jahr 2017 bei 215 Euro. Zudem haben sich Elektroautos als durchaus wertstabil erweisen. Auch Risikofaktoren wie neue Schadstoffgrenzwerte fallen beim Elektroauto weg. Quelle und weitere Infos: https://faktencheck-energiewende.at/fakt/sind-elektroautos-teuer/
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